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Anekdoten und andere Geschichten (5)


Die Zeit unseres Lebens ist kurz und voller Not; gegen den Tod des Menschen gibt es kein Heilmittel, und noch hat man keinen gekannt, der aus dem Grab zurückgekehrt wäre. Durch Zufall sind wir geboren, und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen, denn der Atem in unserer Nase ist nur ein Rauch, und unsere Rede ist wie ein vergänglicher Funke, den unser Herzschlag entfacht. Verlöscht er, so zerfällt unser Leib zu Asche, und der Geist verweht wie dünne Luft. Unser Name ist bald vergessen, niemand erinnert sich mehr unserer Taten, unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke und löst sich auf wie ein Nebel, den die Strahlen der Sonne verscheuchen und ihre Wärme vernichtet. Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, und unmöglich ist es, vor dem Ende stehenzubleiben, denn es ist besiegelt, und keiner kehrt von dort zurück.
Drum auf, laßt uns die Güter genießen, die wir besitzen. Bedienen wir uns der Geschöpfe und der Jugend. Füllen wir uns mit dem besten Wein, begießen wir uns mit Essenzen, und lassen wir die schönste Zeit nicht ungenutzt vergehen. Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken. Nicht einer sei ausgeschlossen von unseren Ausschweifungen, hinterlassen wir Zeichen unserer Lust überall, denn das ist unser Teil, das steht uns zu.
(Buch der Weisheit)


Klopstock sagt: "Du, der du weniger bist und dennoch mir gleich, nahe dich mir und befreie mich, dich beugend zum Grunde unserer Allmutter Erde, von der Last des staubbedeckten Kalbfells." Ich sage dafür nur: "Johann, zieh mir die Stiefel aus."
(Matthias Claudius)


Sei dumm, verrückt, naiv und faul. Seien Sie dumm genug, zu glauben, was Sie wollen, sei erreichbar. Seien Sie verrückt genug, das kleine bißchen Ihrer Energie darauf zu verwenden, was Sie erreichen wollen... verrückt genug, nicht aufzuhören, wenn die Leute Steine nach Ihnen schmeißen - ein bewegliches Ziel ist schwerer zu treffen. Seien Sie naiv genug, zu verstehen, daß Sie nicht alles selbst verwirklichen können, sondern teilen Sie mit anderen, während Sie voranschreiten. Seien Sie faul genug, jemand anderen zu finden, der die Arbeit für Sie macht. Sie müssen die Zeit haben, sich hinzusetzen, um nachdenken zu können.
(Meshulam Riklis, Unternehmer)


Armut schafft Demut,
Demut schafft Fleiß,
Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut,
Übermut schafft Krieg,
Krieg schafft Armut.
(Text des Hungertuches von Zittau)








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